Geodaten, Geoinformationssysteme und Geodatenbanken – im Fokus der Wirtschaft?

 

GIS
Im weitesten Sinn ist ein GIS ein System aus Software, Hardware, (Geo-)Daten und deren Anwendern. Mit einem GIS können Daten erfasst- bearbeitet, analysiert und visualisiert werden.

Wenn von GIS die Rede ist, denken viele noch immer an die Fernsehgebühr und weniger an Geoinformationssysteme. Doch in Zeiten der Smartphones in denen sich fast jede/r über Kartendienste wie Google Maps oder Bing Maps orientiert und auch beinahe jedes Auto mit einem Navi bestückt ist, ist es an der Zeit sich diese Geoinformationssysteme etwas genauer anzusehen.

Was also ist ein GIS?

Im weitesten Sinn ist ein GIS ein System aus Software, Hardware, (Geo-)Daten und deren Anwendern. Mit einem GIS können Daten erfasst- bearbeitet, analysiert und visualisiert werden.
Der große Unterschied gegenüber anderen Informationssystemen besteht darin, dass die gesammelten Daten einen Raumbezug aufweisen, was bedeutet, dass sich die Art der Datenhaltung ändert- vor allem durch die verwendeten Datenstrukturen und die darauf aufbauenden Funktionalitäten.

GIS – ein mächtiges meist unausgeschöpftes Werkzeug

GIS kann natürlich einen Mehrwert für fast jedes Unternehmen bringen, allein schon die Verknüpfung des Firmenstandortes auf der eigenen Homepage mit einem Online-GIS ist heute zu einem Quasi- Standard geworden. Auch Banken, Lebensmittelhändler, Modeketten, etc. haben eigene GIS- Abteilungen um das Filialnetz zu optimieren bzw. Standortanalysen durchzuführen. Bei Logistikfirmen können idealisierte Routen gefunden werden und im Energiesektor werden mit diesen Systemen Pipelines geplant.

Weitere Anwendungsgebiete

Auch im Marketing (Geomarketing), der Stadt- und Regionalplanung, Ressourcenmanagement, Gesundheitswesen und Katastrophenmanagement werden GIS eingesetzt. Sie haben sich auch schon manchmal gefragt, warum in großen Geschäften nach Ihrer Postleitzahl gefragt wird? Auch diese so generierten Daten werden mit Hilfe von GIS aufbereitet und so ziemlich genaue Profile erstellt, mit deren Hilfe wiederum kann das räumliche Kaufverhalten, eine Potenzialanalyse oder Standortanalysen durchgeführt werden. Die Werbeaktionen, Neueröffnungen von Filialen oder das Flugblatt Marketing können so sehr effizient gestaltet werden. Das ganze fällt unter den Oberbegriff Geomarketing. Große Unternehmen und Handelsketten setzen bereits seit Jahren darauf.

Ebenso geht im modernen Flugverkehr kaum noch etwas ohne ein gut funktionierendes GIS. Bei Flughäfen die eine Start- und Lande Taktung von wenigen Minuten aufweisen, muss natürlich jede Flugroute aufs genaueste geplant sein. Doch auch hier liegen einige Probleme, selbst genaueste GNSS (Globale Navigationssatellitensysteme) wie etwa GPS haben eine gewisse Ungenauigkeit von wenigen Metern, was sich zwar im globalen Kontext vielleicht nach nicht viel anhört, jedoch durchaus Berücksichtigt werden muss.

GIS – auch als Risikoprävention

Ein klassisches Anwendungsgebiet in der Geoinformatik sind eben neben den Analysen auch die Planungstätigkeiten. Auch hier wird in verschiedensten Maßstäben gearbeitet. Zum Beispiel bei der Raumordnung, die ja sehr wichtig ist, nicht nur um Regionen möglichst effizient, ästhetisch und kostenschonend zu entwickeln sondern auch um Risiken wie etwa Gefährdungen durch Hochwasser oder Hangrutschungen rechtzeitig zu antizipieren. Und selbst wenn es zu einem Katastrophenfall kommt, ist es auch hier möglich durch schnelle Planung und Analysen mit Real Time Anwendungen, Rettungsdienste und andere Helfer bestmöglich zu Unterstützen.

Warum also nutzen nicht mehr Unternehmen diese Systeme?

Zum einen sind professionelle Lösungen wie jene von Autodesk, ESRI oder Intergraph eher als kostspielig anzusehen, auch der Pool an Experten bzw. passenden Fachpersonal ist zumindest in Österreich durchaus begrenzt. Erschwerend kommt hinzu, dass die benötigten Daten eben spezielle Anforderungen aufweisen. Sowohl der Erwerb als auch die Erfassung von Geodaten sind ebenfalls sehr teuer.

Alternative- Open Source

Wie in vielen anderen Bereichen, gibt es auch in der Geoinformation eine Vielzahl von OS Anwendungen. Die bekanntesten hierbei sind sicherlich QGIS und GRASS. Auch eine Vielzahl aufbereiteter Daten stehen in Österreich frei zur Verfügung.

GIS- Technologien: Geoinformationssysteme in der Wirtschaft

Geoinformationssysteme sind der breiten Öffentlichkeit noch eher unbekannt, obwohl jeder diese Systeme beinahe täglich nutzt. Die prominentesten Anwendungen die auf GIS- Software beruhen sind hier sicherlich Google Maps/Earth, bzw. Bing Maps. Auch jedes Navigationssystem basiert auf einem GIS. Neben der privaten Nutzung, gibt es natürlich auch einen Nutzen für Unternehmen.

 

Ein Blogbeitrag von Oliver Kogler, BSc   bei STEINER-HITECH als Personalberater tätig seit Jänner 2018. Abgeschlossenes Studium Geographie und Regionalentwicklung. Aktuell Studium Kartographie und Geoinformation an der Uni Wien